Wandern im November – Tipps & Ausrüstung
Der November hat beim Wandern einen schlechten Ruf: grau, nass und früh dunkel. Dabei hat er viel zu bieten – leere Wege, Nebel über den Wiesen, klare Sicht nach einem Kaltlufteinbruch und eine Ruhe, die man im Sommer vergeblich sucht. Mit der richtigen Planung und Ausrüstung wird der November zum unterschätzten Wandermonat.
Die richtige Tour wählen
Im November gilt: Lieber kürzer und sicher als lang und knapp. Die Sonne geht in Deutschland je nach Region zwischen 16 und 16:45 Uhr unter, Ende November in Norddeutschland schon kurz nach 16 Uhr. Rechnen Sie Ihre Tour deshalb vom Sonnenuntergang aus zurück und planen Sie eine Stunde Puffer ein.
- Rundwege mit Abkürzung: Wählen Sie Touren, die sich bei schlechtem Wetter oder Zeitnot verkürzen lassen.
- Gut markierte Wege: Bei Nebel finden Sie sich auf ausgeschilderten Wegen besser zurecht als auf schmalen Pfaden.
- Mittelgebirge statt Hochgebirge: In den Alpen liegt ab 1.500 Metern oft schon Schnee, viele Hütten sind geschlossen. Die Mittelgebirge und das Flachland sind im November die bessere Wahl.
- Inversionswetterlagen nutzen: Liegt im Tal zäher Nebel, scheint auf den Höhen oft die Sonne. Ein Blick auf die Webcams der Region hilft bei der Entscheidung.
Ideen für passende Touren finden Sie in unseren Artikeln Herbstwanderungen rund um Berlin und Winterwandern im Harz sowie in der Übersicht aller Wanderwege.
Kleidung: Schichten statt dicker Jacke
Im November wechseln Temperatur und Wetter oft mehrmals am Tag. Statt einer dicken Winterjacke tragen Sie besser mehrere dünne Schichten, die Sie je nach Anstrengung an- und ausziehen:
- Basisschicht: Funktionswäsche aus Merinowolle oder Kunstfaser transportiert Schweiß von der Haut weg. Baumwolle bleibt nass und kühlt aus – im November ein häufiger Fehler.
- Wärmeschicht: Ein Fleecepullover oder eine leichte Isolationsjacke hält warm, wenn Sie Pause machen.
- Wetterschutz: Eine wasserdichte, atmungsaktive Wanderjacke schützt vor Regen und Wind.
Dazu gehören eine Wanderhose, die schnell trocknet, warme Wandersocken, Mütze und dünne Handschuhe. Ein Satz trockene Socken im Rucksack ist bei nassem Wetter Gold wert.
Schuhe: wasserdicht und griffig
Nasses Laub, Matsch und erste Raureifnächte machen Wege im November rutschig. Wanderschuhe mit wasserdichter Membran und tiefem Profil sind deshalb wichtiger als im Sommer. Imprägnieren Sie die Schuhe vor der Saison, damit das Obermaterial kein Wasser zieht. Gamaschen halten bei matschigen Wegen Hosenbeine und Schuhe sauber.
Was in den Rucksack gehört
- Stirnlampe: Auch wenn Sie vor der Dämmerung zurück sein wollen – eine Verspätung ist schnell passiert. Eine Stirnlampe lässt die Hände frei.
- Thermoskanne: Heißer Tee wärmt von innen und hebt die Laune bei der Pause.
- Sitzunterlage: Bänke und Baumstümpfe sind nass und kalt.
- Regenhülle für den Rucksack: Hält Wechselkleidung und Proviant trocken.
- Powerbank und Karte: Kälte leert Akkus schneller. Eine Papierkarte funktioniert immer.
- Warnweste oder Reflektoren: Wenn Sie in der Dämmerung an Straßen entlanglaufen, werden Sie besser gesehen.
Sicherheit im November
Im Herbst und Winter finden in vielen Wäldern Drückjagden statt. Sie sind mit Schildern an den Waldwegen angekündigt – nehmen Sie diese ernst und wählen Sie im Zweifel einen anderen Weg. Grelle Kleidung macht Sie auch für Jäger besser sichtbar. Sagen Sie außerdem jemandem Bescheid, wohin Sie gehen und wann Sie zurück sein wollen – besonders, wenn Sie allein unterwegs sind.
Warum sich der November lohnt
Wer im November wandert, hat die Natur oft für sich. Die Bäume sind kahl und geben den Blick auf Landschaften frei, die im Sommer hinter Laub verborgen sind. Nebel taucht Wälder in eine fast mystische Stimmung, und an klaren Tagen ist die Fernsicht besonders gut. Bewegung an der frischen Luft und Tageslicht tun gerade in der dunklen Jahreszeit gut – mehr dazu lesen Sie unter Warum Wandern gesund ist. Und wenn Schnee fällt, finden Sie Tipps unter Winterwanderungen.